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E-Lkw stehen vor Durchbruch

Elektro-Lkw könnten bereits 2025 in nahezu allen Bereichen Kostenparität mit Diesel-Modellen erlangen. Das besagt eine aktuelle Studie von McKinsey. Doch wie weit sind die Hersteller wirklich? Tesla hat erst kürzlich einen E-Lkw präsentiert, der neue Maßstäbe setzt.

Als die Deutsche Post vor vier Jahren (2013) ihre Flotte um E-Lkw erweitern wollte, konnte das Unternehmen keine brauchbaren Fahrzeuge finden. Daraufhin startete sie einfach selbst die Entwicklung und Herstellung passender Modelle – in diesem Fall der StreetScooter. Damit markierte die Deutsche Post den elektromobilen Aufbruch einer Fahrzeugsparte, die laut einer aktuellen McKinsey-Studie in den kommenden Jahren deutliche Zuwächse verzeichnen wird: So werden Elektrotransporter – von Leicht-LKw bis hin zu Sattelschleppern – der Studie zufolge 2030 bereits einen Marktanteil von rund 15 Prozent haben, wobei der Anteil leichter, in urbanen Räumen genutzter E-LKW in China und Europa sogar bis zu 35 Prozent betragen könnte.

Daimler

Die Ankündigungen zahlreicher Hersteller deuten in diese Richtung: Kürzlich ist etwa die Fuso eCanter-Produktion von Daimler gestartet. Der eCanter hat eine Reichweite von rund 100 Kilometern und ist nach Kundentests in Stuttgart ausreichend für den täglichen Gebrauch von Kommunen in der Stadtpflege und in der Haus-zu-Haus-Lieferung von Paketzustellern. Für die Zukunft plant Daimler weitere Batteriemodule, die jeder Kunde an seine Nutzlast-Reichweiten-Bedürfnisse anpassen kann.

Zudem hat Daimler mit seiner Konzerntochter Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation (MFTBC) den schweren, vollelektrisch angetriebenen Lkw E-FUSO Vision One vorgestellt. Ziel ist es, den E-Lkw bis 2021 in Serie zu bringen. Das vorgestellte Konzept kann 11 Tonnen Nutzlast mit nur einer Akkuladung bis zu 350 Kilometer weit transportieren. Der Marktstart in Europa und Japan soll innerhalb der kommenden vier Jahre erfolgen.

Volkswagen

Die Wolfsburger sind sehr bemüht, den aktuellen Trends nachzukommen. Der Autobauer entwickelt in Kooperation mit dem US-Hersteller Navistar einen E-Lkw für kürzere Distanzen. Der mittelschwere Lkw soll Ende 2019 oder Anfang 2020 in den USA und Kanada auf den Markt kommen.

MAN

Die Volkswagen-Tochter MAN schickt Ende 2017 den eTruck in die Erprobungsphase. Beim eTruck handelt es sich um einen E-LKW für den innerstädtischen Lieferverkehr.

BYD

Der chinesische Autohersteller Build Your Dreams (BYD) baut die E-Lkws T3, T5, T7 und T9. Bei T3, T5 und T7 handelt es sich um kleinere Lkw für den innerstädtischen Warentransport. Bei einer Geschwindigkeit von unter 50 km/h beträgt die Reichweite dieser Modelle etwa 400 Kilometer. Der T9 ist die weltweit erste Elektro-Sattelzugmaschine – diese soll mit einer Aufladung mehr als 160 Kilometer schaffen. 

Tesla

Auch der Elektro-Pionier Tesla hat kürzlich einen neuen Sattelschlepper präsentieren – den Semi E-Truck, ein Lkw mit einer Reichweite von bis zu 800 Kilometern, der mit einem Megacharger in nur 30 Minuten Strom für 630 Kilometer laden kann. Das Modell soll ab 2019 verkauft werden und hat bereits zahlreiche Vorbestellungen. 

Thor Trucks

Das US-Startup Thor Trucks hat mit dem ET1 ebenfalls einen E-LKw vorgestellt, der ab 2019 vollbeladen über die Straßen rollen könnte. Das Schwergewicht soll zwischen 150.000 und 250.000 US-Dollar kosten und eine Reichweite von rund 480 Kilometern haben.

Tesla und Thor geben an, dass den zunächst höheren Kosten bei der Anschaffung der E-Trucks um 70 Prozent niedrigere Tankkosten und um 60 Prozent niedrigere Wartungskosten gegenüberstehen. Darüber hinaus versprechen beide Anbieter eine Reduktion der Emissionen auf nahe Null.

E-LKw werden günstiger und attraktiver

Die Autoren der McKinsey-Studie sehen neben der wachsenden Zahl von E-LKw drei weitere Haupttreiber für den Durchbruch dieser Sparte: Für 2025 erwarten sie erstens eine Kostenparität von E-Trucks mit Diesel-Trucks, was zu einer deutlichen Attraktivitätssteigerung führen dürfte. Als zweiten Faktor identifizieren die Autoren das fortschreitende Elektrifizierungsniveau, dessen Grundstein bereits heute mit der Entwicklung und Produktion neuer Modelle sowie mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur gelegt wird. Und drittens begünstigen laut Studie auch lokale und nationale Regulierungen, wie beispielsweise Zufahrtsbeschränkungen zu Innenstädten und strengere Emissionsauflagen, die Verbreitung von E-LKw.

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