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„Wir benötigen einen gemeinsamen Standard“

Thomas Speidel stellt mit seinem Familienunternehmen ADS-TEC Batterien her und unterstützt so den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos. Seit März 2017 fährt er selbst einen Tesla – 30.000 Kilometer hat er damit schon zurückgelegt. Für Speidel ist das Model S absolut alltagstauglich.

Thomas Speidel: „Seit März dieses Jahres fahre ich selbst ein Elektroauto – einen Tesla Model S. Aktuell ist es für mich das alltagstauglichste Modell auf dem Markt. Ich bin viel unterwegs – im Jahr lege ich etwa 70.000 Kilometer mit dem Auto zurück. Die meisten Fahrten schaffe ich mit dem Tesla, ohne das Auto zwischendurch aufladen zu müssen. Das war unter anderem ausschlaggebend bei der Wahl des Wagens. Bei längeren Strecken bieten sich ohnehin Zug oder Flugzeug an. Entscheidend im Alltag ist für mich bei einem E-Auto der Fahrradius. Tesla erzielt bereits gute Reichweiten, die sicher noch weiter ausgebaut werden. Es wird Zeit, dass auch andere Autobauer – insbesondere die deutschen Anbieter – Fahrzeuge mit ausreichenden Reichweiten zu annehmbaren Preisen anbieten. Mit dem Engagement für Schnellladestationen am leistungsbegrenzten Verteilnetz möchte ich mit meinem Unternehmen ADS-TEC einen Beitrag für die Etablierung der E-Fahrzeuge leisten. Denn wir bieten auch Hochleistungs-Batteriesysteme an. Ohne entsprechende Infrastruktur können sich die E-Autos meiner Meinung nach nicht etablieren. Mit seinem flächendeckenden Superchargern hat Tesla gezeigt, wie es gehen kann.

Die EU ist in der Pflicht

In Japan, China und anderen Länder gibt es jeweils ein standardisiertes Stecker-System. Die Europäer haben es bislang versäumt, einheitliche Stecker für die europäische Typzulassung von Fahrzeugen vorzuschreiben. Dieses Versagen seitens der Politik und der Lobbyisten führt dazu, dass sich die Infrastruktur in Europa an die Stecker der Fahrzeuglieferanten anpassen muss – dadurch entstehen unnötigen Mehrkosten und langfristige Verbrauchernachteile. 

Wenn Elektromobilität für mehr Menschen attraktiv werden soll, dann sind hier zeitnah klare Vorgaben erforderlich. Bei Bananen und Gurkenkrümmungen hat die EU bereits bewiesen, dass es geht – das muss ihr jetzt auch beim Thema Mobilität gelingen. Denn wenn E-Autos in Europa massentauglich werden sollen, braucht es einen gemeinsamen Standard, an den sich alle hier angebotenen Fahrzeuge anpassen müssen.

Für eine bessere Ladeinfrastruktur

Mit unserem Familienunternehmen ADS-TEC leisten wir ebenfalls einen Beitrag zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos. Denn wir stellen bereits in zweiter Generation hochwertige und langzeitverfügbare Industrial-IT-Systeme sowie Hochleistungs-Batteriesysteme und dezentrale Energielösungen her. Als Präsident des Bundesverbandes Energiespeicher e.V. BVES setze ich mich zudem dafür ein, die Entwicklung und den Einsatz von Energiespeichern national und international zur Flexibilisierung des zukünftigen Energiesystems voranzutreiben. Der Bundeverband bündelt dabei die Kräfte wichtiger Branchenvertreter, gestaltet die öffentliche und politische Diskussion und berät bei der Ausgestaltung rechtlicher Rahmenbedingungen sowie Standards und Normen. 

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